Untersuchung eines historischen Schiffswracks vor Freienbach

Ein Schleppschiff aus dem 19. Jahrhundert

Im Frühjahr 2016 machten sich Mitglieder der Swiss Archeodivers, des Tauchclubs Zürichsee sowie weitere interessierte und ausgebildete Wracktaucher (Niveau NAS 1 und 2) daran, ein Schiffswrack vor Freienbach zu untersuchen.

Wie das Schiff gefunden wurde

Schon länger wurde in der Bucht von Freienbach ein Schiffswrack vermutet, da die Netze eines Berufsfischers dort häufig hängenblieben waren. Durchgeführte Tauchgänge blieben jedoch wegen der vagen Angaben stets erfolglos und erst die Sichtung von Sonarbildern zeigten schliesslich die genaue Stelle, an der das Schiffswrack lag.

Untersuchung das Schiffswracks

Für die drei Wochen dauernden Prospektionsarbeiten wurde mit Bewilligung der Seepolizei eine stationäre Boje gesetzt. Anschliessend konnten die folgenden Informationen ermittelt werden:

Der Prahm aus dem 19. Jahrhundert enthält keine Ladung. Das 26 Meter lange und 4,6 Meter breite Schiff aus Tannenholz liegt in einer Tiefe von 18 Metern. Der Laderaum misst 17 x 3,6 x 1,1 Meter. Die Schräglage des Laderaums beträgt 28°. Die Heck- und Bugbreite liegt bei jeweils 3,9 Metern. Winkelbänder, Nägel und Halterungen (Poller) für das Abschleppen des Prahms bestehen aus geschmiedetem Eisen. Der kastenförmige, rechteckige Holzrumpf besteht vor aus einem grossen, wannenartigen Laderaum. Ausmessungen haben ein Ladevolumen von 7 m3 ergeben. Das entspricht einer Kiesladung von zirka 14 Tonnen. Die Seitenbeplankung selbst besteht aus acht etwa 20 bis 25 cm breiten und 6 cm dicken Plankengängen, die jeweils an den Spanten stumpf aneinanderstossen. An der Deckoberseite sind zwei identische Luken vorhanden. Der Gesamteindruck des Wracks und die Abnutzung der Holzkanten sowie der Ladeläden deuten darauf hin, dass dieses Schiff vor dem Untergang noch nicht lange in Betrieb war. Vergleiche mit ähnlichen bereits bekannten Schiffswracks haben ergeben, dass dieser Prahm einst wohl der Quaiverwaltung Zürich gehört hatte.

Eben weil immer wieder Fischernetze an dem Schleppschiff hängengeblieben sind, hätte es in den 1960iger Jahren mit Abbruchmaterial zugedeckt werden sollen. Doch die 100-200m3 Steine und Betonstücke kamen neben dem Wrack zu liegen.

Detaillierte Informationen

Der detaillierte Prospektionsbericht kann von den Mitgliedern der Swiss Archeodivers im internen Bereich eingesehen werden.

 

Das Unterwassermuseum von Stäfa-Kehlhof

Ein Film von Markus Inglin

In Stäfa-Kehlhof entsteht 2017 in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie Zürich ein Museum unter Wasser. Im nachfolgenden Film sehen Sie die Prototypen der Informatonstafeln:

UW-Museum from Markus Inglin on Vimeo.

Historisches Schiffswrack vor Obermeilen

Schiff der Schifferfamilie Strickler

Ähnlich wie das Schiff auf dem Bild der Schifferfamilie Strickler muss wohl das Wrack ausgesehen haben, als es im Sturm vom 16. Oktober 1890, in der Mitte des Zürichsees, zwischen Au und Meilen in Seenot geriet. Das Wrack von Obermeilen wurde im 2012 vom Kantonalen Amt für Unterwasserarchäologie und den Swiss Archeo Divers untersucht.

Downloads zum Projekt

  • Die Datei Schlussbericht_Wrack_Obermeilen.pdf herunterladen(3,8 MiB) Download
  • Die Datei Nereus_1_2013_Obermeilen.pdf herunterladen(247,7 KiB) Download
  • Die Datei zsz_obermeilen_20121130.pdf herunterladen(276,1 KiB) Download

Film von Markus Inglin

Projekt Obermeilen Impressionen from Markus Inglin on Vimeo.

Schiffswrack im Oberen Zürichsee

Schiff der Schifferfamilie Strickler

Vor ca. 8 Jahren sind Taucher auf ein altes Schiffswrack im Oberen Zürichsee gestossen. Zum damaligen Zeitpunkt wurde diesem jedoch noch keine grosse Beachtung geschenkt.
2004, im Rahmen eines Weiterbildungskurses in der Unterwasserarchäologie, erinnerte sich Cello Gyr wieder an diesen Fund. Nach einem Inspektionstauchgang im Jahre 2005 stellten er und Dr. Thomas Reitmaier fest, dass es sich um einen alten Prahm handelt, wohl ungefähr aus dem Jahre 1885. Ein Lastschiff ohne eigenen Antrieb und eigene Steuervorrichtung. Vermutlich hatte dieser der damaligen Nordostbahn–Gesellschaft gehört.
Im Zuge einer Prospektion im Februar 2010 haben die Swiss Archeodivers (SWAD) das Wrack vermessen, fotografiert und gefilmt. Aus diesen Daten wurde ein Bericht erstellt, welcher an das zuständige kantonale Amt ging.

Film von Markus Inglin

Wrack vom Oberen Zürichsee from Markus Inglin on Vimeo.